Ein Leben im Zeitraffer

My dear, the concept of „home“ is such a vague notion
As I can’t stay in the same place for more than three days
Once you told me that I’ll never find home without leaving
But now I saw so many places, I at least forgot them all
So I’m lying in my bed, in my house
And all I want to do is to go home
Harakiri for the Sky – Heroin Waltz

Zum letzten Mal bin ich als Einwohner in meiner alten Stadt. Ich war kaum hier in den letzten Monaten. Dennoch fühlt es sich ganz anders an, zu wissen, dass ich theoretisch hätte hier sein können. Dass ich offiziell hier lebe, vom Einwohnermeldeamt bestätigt. Ich habe mich bewusst dafür entschieden, das zu ändern, und ich glaube, dass diese Entscheidung richtig ist.
Und trotzdem kostet sie mich Kraft, macht mich unendlich traurig.

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Warten auf Montag

Blue is the colour of my soul
Bad times breaking up my life lines
Now my days are all overcast
And I can’t seem to find my way up on this lonely road
Graveyard – Blue Soul
Entscheidungen zu treffen ist etwas, das mir aus vielen Gründen nicht leichtfällt. Die Depression, die Angst, das Trauma, all das macht manchmal selbst die Wahl zwischen zwischen zwei T-Shirts oder dem Abendessen kompliziert. Leider bin ich gerade in einer Situation, in der ich ständig Entscheidungen treffen muss, die mein ganzes Leben beeinflussen.

Das schwierigste ist aber dennoch nicht die Entscheidung selbst, sondern der Punkt, an dem man eine Entscheidung in die Tat umsetzen muss. Anzurufen. Aufzustehen, sich anzuziehen und das Haus zu verlassen. Die erste Hürde ist immer der Kopf, aber die zweite, oft viel größere, ist der Körper.

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Kapitel 1: Was wirklich wichtig ist

We grow old all at once
And it comes like a punch
In the gut, in the back, in the face
When it seems someone’s lied
And our parents have died
Then we hold onto each other in their place
And I feel the water risin‘ around us
And maybe that’s okay
Yeah, I feel the world changin‘ all at once
I guess it’ll be okay
The Airborne Toxic Event – All At Once

Als das Jahr 2018 geendet ist, haben wir alle ein Blatt Papier genommen. Um aufzuschreiben, was wir hinter uns lassen wollen. Wir haben es kurz nach Mitternacht angezündet und vom Laubengang geworfen.
Schweigend, in unseren Gedanken. Während um uns herum das Feuerwerk ging. So lange, bis das Papier ganz unten angekommen und langsam verbrannt ist.
Jeder vertreibt die bösen Geister. Auf seine Weise.
Schon die ersten Atemzüge danach fühlten sich besser an. Freier. Nicht jeden Tag, nicht jede Minute. Aber immer mehr. Immer länger.

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