Wer trägt die Verantwortung für das Entlarven einer Lüge?

A war broke out amongst them
And they blamed it on the dragon
Not realising it was their own nature
That would bring about their demise
Now they pray for rain
But I am the coming storm
They pray for forgiveness
But I pray for fire
Oceans of Slumber – Pray for Fire

 

Eine der ersten Aufgaben, die ich von meiner Therapeutin bekommen habe: einen Brief an meine Eltern schreiben. Der Kontaktabbruch beschäftigte mich, natürlich, doch statt zu trauern oder wütend zu sein, fühlte ich wie so oft gar nichts. Braver Patient, der ich immer sein will, setzte ich mich also hin und fing an zu schreiben. Und plötzlich kam eine ganze Menge an Gefühlen zum Vorschein, die bis zu dem Moment, als ich zum Stift griff, irgendwo in mir vergraben gewesen waren. Ich würde diesen Brief niemals abschicken, das wusste ich sofort. Nicht, weil ich nicht zu dem stehe, was ich darin schreibe. Sondern weil ich weiß, dass es vermutlich ohnehin keinen Effekt hat.

 

Hallo Eltern.

Ich habe überhaupt keine Motivation, diesen Brief zu schreiben. Würde viel lieber einfach gar nicht darüber nachdenken, was passiert ist, und nach vorne blicken. Kein Blick zurück, das kann hilfreich sein im Leben, aber manchmal, da ist es auch bloß Verdrängung.

Ich glaube diesen Mechanismus habe ich, wie so vieles, von euch gelernt. Weil bei uns nie zurückgeblickt worden ist. Es gab nie eine Auseinandersetzung mit dem, was passiert ist. Es wurde alles immer sofort weggedrängt. Jedes schlechte Gefühl, durch die Hoffnung und den irrigen Glauben ersetzt, dass es das letzte Mal gewesen wäre. Interessant, dass ich jetzt genau dasselbe mache, obwohl ich ja ausbrechen will, ausgebrochen bin aus diesem Hamsterrad. Aber alte Gewohnheiten sterben offensichtlich langsam.

Ich habe mich extrem gut gefühlt in den Wochen nach dem Kontaktabbruch, aber mir war da schon klar, dass das nicht ewig so bleiben würde. Und genauso ist es auch gekommen. Aber statt Wut und Trauer zu fühlen, bin ich lieber wieder in den Gleichgültigkeitsmodus gerutscht. Weil es sich immer noch einfacher anfühlt, depressiv zu sein als wütend auf die eigenen Eltern. Dabei habe ich tausend Gründe, auf euch wütend zu sein. Und damit meine ich nicht einmal eure Taten in der Vergangenheit.

Euer Umgang mit meiner Enthüllung war so grottig, wie ich ihn nicht einmal von euch erwartet hätte. Ihr habt wirklich alle Register gezogen. Viel perfider finde ich aber euer Verhalten danach. Ihr habt ja nicht einmal versucht, Kontakt zu mir aufzunehmen. Ja, ich habe euch auf WhatsApp geblockt. Aber es gibt so viele andere Möglichkeiten. Stattdessen tut ihr so, als würdet ihr mit eurem Nichtstun meine Wünsche respektieren: „Wenn es das ist, was sie jetzt braucht, dann geben wir ihr das.“

Das ist so ein mieser Move. Es macht euch zum Opfer und mich zum Täter. Es entbindet euch von der Verantwortung und lädt, mal wieder, die Verantwortung auf mir ab. Das ist so unfair. Denn ich wollte keinen Kontaktabbruch, keinen Abstand. Ich wollte eure Unterstützung. Und die habe ich nicht bekommen. Ich wollte, dass ihr mir wenigstens glaubt, aber auch das ist nicht passiert. Stattdessen zerbrecht ihr euch die Köpfe darüber, wie es anders gewesen sein könnte. Anstatt einfach eurer Tochter zu glauben.

Und dann höre ich, wie ihr bitterlich weint, und das vor euren anderen Kindern, die das natürlich nicht kaltlässt. Es lässt auch mich nicht kalt. Es löst sofort massive Schuldgefühle aus. Immerhin habe ich mein ganzes Leben lang versucht, genau das zu vermeiden. Ich wollte, dass es euch gut geht. Oder zumindest nicht noch schlechter als ohnehin schon. Weil ich immer auch die Personen in euch gesehen habe, die ihr in euren besten Momenten sein wolltet.

Ganz abgesehen davon, dass ihr mir diese Verantwortung beide auch mehr als einmal sehr direkt auferlegt habt. In einem weitaus weniger positiven Setting. Also habe ich meine Probleme für mich behalten. Die kleinen im Alltag und die großen, das Große. Damit ich euch nicht bitterlich weinen sehen muss.

Ich bin immer noch nicht so weit, keine Schuld mehr zu fühlen. Aber immerhin kann ich das Gefühl heute in Kontext setzen. Denn was ist eigentlich mit mir? Was ist mit all den Malen, in denen ich bitterlich geweint habe? Damals und heute? Vor der Haustür, und dann beim Eintreten ein Lächeln aufsetzen. Kann bis heute nur unter der Bettdecke wirklich frei weinen, weil das die Geräusche dämpft.

Es ist nicht eure Zeit zu weinen, aber ihr nehmt sie euch einfach, ihr nehmt sie mir, und das macht mich wütend.

Traurig macht mich dagegen euer Glaube, alles sei umsonst gewesen. Als hätte meine Enthüllung, meine Vorwürfe, der Kontaktabbruch alles Gute ausradiert. Das ist nicht, was ich gesagt habe, und es ist nicht, was ich fühle. Ich habe all die guten Momente im Kopf und ich bin froh, dass es sie gibt. Ich habe sie nicht vergessen und ich werde das auch nicht. Dass ihr sie jetzt als sinnlos deklariert, gibt mir indirekt zu verstehen, wie falsch ihr es findet, dass ich das Geheimnis gelüftet habe. Es sagt mir: Wenn wir einfach alle weiter verdrängt hätten, wenn wir weiter so getan hätten, als wäre alles gut, dann wäre es wirklich irgendwann alles gut geworden. So hat Kris es kaputt gemacht.

Aber das ist nicht wahr. So hat es mich kaputt gemacht. Und euch auch. Ihr habt es nur nicht sehen wollen.

Ich weiß, dass ihr nicht einfach weitermacht wie bisher, das ginge auch gar nicht, selbst für euch wäre das zuviel. Ich weiß, dass ihr nach Antworten, nach Erklärungen sucht. Dass ihr verzweifelt seid. Ich verstehe das. Was ich nicht verstehe: wieso sucht ihr diese Antworten nicht bei mir? Wieso zieht ihr nicht in Erwägung, dass ich die Wahrheit sage? Aber ich weiß die Antwort darauf natürlich. Wenn ich bei einer Sache Recht habe, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch an meinen anderen Aussagen etwas dran ist. Und dann müsstet ihr anfangen, euch selbst zu hinterfragen. Und das Leben, dass ihr euch mühsam aufgebaut habt. Und das tut weh. Es macht Angst, es ist anstrengend. Das weiß ich, weil ich das gerade selbst durchmache. Aber, und das ist jetzt wieder etwas, was ihr ganz sicher nicht hören wollt: Ihr lebt eine Lüge. Ich verstehe das Bedürfnis, ich würde selber am liebsten eine leben. Weil das leichter ist, fürs Erste. Ich hatte es mir ein meiner auch ganz gemütlich eingerichtet, und ich war bis zum Schluss nicht bereit, sie aufzugeben. Bis sie nachhaltig gecrasht ist. Ich habe eure Lüge jetzt zerstört, wissentlich, und deswegen muss ich abgewertet werden, damit ihr sie aufrecht erhalten könnt.

Es tut mir nicht leid, was ich getan habe. Es tut mir nur leid, dass ihr so gefangen in euerer Welt seid, dass ihr nicht anders damit umgehen könnt. Es ist schade, dass ihr euch für eure Lüge entschieden habt und nicht für mich. So aber war der Kontaktabbruch das Richtige.

Kris

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26 Kommentare

  1. Hallo Kristina,

    Wir haben immer versucht dir alles zu ermöglichen,was du gerne machen wolltest,
    Du warst immer frei,wir haben dir nie reingeredet, Auslandsreisen,Kunstjahr, Studium was du wolltest!
    Welche Taten wir sonst begangen haben,
    hätte ich gerne gewusst!
    Verantwortung haben wir dir nie aufgetragen,höchstens über dein eigenes Leben.Pflichten daheim hattest du nie welche,könntest dich ganz auf die Schule konzentrierenWas dir passiert ist,haben wir nie im Leben geahnt,sonst hätten wir dich davor beschützt.
    Die Sorge um Euch Kindern,daß es euch im Leben gut geht,werde ich haben,solange ich lebe.Und gegeben und geben werde ich euch alles immer aus reinstem Herzen,daß weißt du Kristina!
    In Liebe Mama

    1. Ein Kommentar, der das Problem in a Nutshell abbildet. Der Eindruck entsteht beinahe, hier werde ein Hausarrest oder der Entzug von Taschengeld verhandelt. Zumindest wenn man Ihren Argumenten folgt. Dem ist aber nun mal nicht so. Es geht hier um wiederholten sexuellen Missbrauch an einem Kind. Ihrem Kind.

      Und es geht um all die Dynamiken und Strukturen, die es dem Opfer so schwer machen, selbst in der eigenen Familie Schutz und Rückhalt zu finden.

      Es ist ein relevantes Thema, vor allem geht es darum, den Opfern endlich zuzuhören. Auch dabei, was sie brauchen. Was Ihre Tochter braucht und nicht SIE.

      Ihre Tochter steht nämlich nicht in Ihrer Schuld, auch wenn Ihr Kommentar da etwas anderes suggeriert. Denn Ihre Kinder haben sich schon so viele Jahre für den Frieden in Ihrer Familie aufgeopfert. Sie haben all das ertragen, was ihnen widerfahren ist, weil sie eben all die Schuld und Verantwortung für den Familienfrieden auf ihren Schultern gespürt haben. Nicht zu Unrecht, wenn man Ihren Kommentar hier liest. Oder wenn man all die direkten Reaktionen bedenkt, als Kris auf Ihren Druck hin (!) gestehen sollte, warum sie seit Monaten in der Klinik behandelt wird.
      Sie müssen begreifen, dass es vollkommen in Ordnung von Kris heute ist zu sagen: Schluss damit! Ich möchte das nicht mehr. Ich möchte mein Leben zurück. Ich habe meiner Familie mehr von mir gegeben, als ich tragen konnte.

      SIE, liebe Familie, haben kein Recht noch mehr einzufordern.

      Was mich vor allem bestürzt: Sie lesen diesen Blog und trotzdem gehen Sie in keinem Wort auf das ein, was tatsächlich geschehen ist: Ein Missbrauch. In Ihrem Haus. An Ihrem Kind.

      Sie fragen: “Welche Taten wir sonst begangen haben, hätte ich gerne gewusst!”
      Ich weiß nicht, ob Sie wirklich noch eine Antwort darauf brauchen? Aber ich fasse es gern noch einmal zusammen:

      Sie haben es versäumt, Ihre Kinder vor all dem zu schützen. Warum, das können Sie sich nur selbst beantworten. Es wäre aber an der Zeit, dass Sie sich mit der Frage auseinandersetzen. Auch mit der, warum Ihre Kinder erst komplett zusammenbrechen müssen, um sich Ihnen “anzuvertrauen”.
      Dazu die Frage, warum Sie immer noch Urlaube und Geschenke aus der Kindheit aufrechnen müssen – gegen einen Missbrauch(!).

      Ich wiederhole das Wort so oft, weil ich mir tatsächlich nicht sicher bin, ob Sie wirklich erfassen können, worum es hier geht?
      Nochmal: Ihre Tochter wirft Ihnen nicht vor, dass sie zu viel Hausarrest hatte oder zu wenig Weihnachtsgeschenke bekommen hat. Sondern, dass sie in Ihrem Haus missbraucht wurde.

      Und dass es Ihnen scheinbar total egal ist! Kris ist ganz sicher nicht die Person, die sich für das, was ihr angetan wurde, rechtfertigen muss. Sie sollten es! Dafür, dass Sie all das lieber für den schönen und scheinheiligen Frieden unter den Tisch kehren wollen. Für Ihren Egoismus. Denn für keinen anderen als sich selbst tun Sie das doch? Und für den Täter natürlich.
      Sie können aber von keinem erwarten, dass er Ihre Lebenslügen dauerhaft mitträgt. Sie sollten eher dankbar sein, dass Kris es so lange versucht hat. Und dafür einen hohen Preis gezahlt hat.
      Ich frage mich übrigens, ob Sie auch zum Täter gegangen sind und ihn gefragt haben: Wieso?
      Denn nicht Kris hat ihre Familie kaputt gemacht. Sondern er.

      Und wo ich gerade beim Täter bin, auch den adressiere ich hier gerne:
      Kris hat Dir lange genug das wundervolle Leben ermöglicht, das Du jetzt gerade führst. Wir alle wissen, dass du eigentlich nichts davon verdient hast. Aber das sind Dinge, die das Karma irgendwann regelt. Da vertraue ich drauf.

      Ich nehme mir übrigens die Freiheit, hier so unverblümt zu antworten, weil ich diesen Blog zusammen mit Kris schreibe.
      Sie haben bewusst den Weg via Blog gewählt. Statt Kris postalisch oder per Email zu erreichen, weil keine Öffentlichkeit erwünscht ist. Das impliziert für mich, dass Sie auch kommentiert werden wollen/dürfen.

      Ich habe mich auf diesem Blog als Autor das letzte Jahr übrigens zurückgehalten. Aus Respekt vor dem Thema Missbrauch. Denn all das, was Kris zu sagen hat, verdient es, alleine zu stehen.
      Ich hoffe sehr, dass auch bei Ihnen irgendwann die Erkenntnis einsetzt, um was es hier eigentlich geht. Was Missbrauch eigentlich bedeutet:
      Nämlich die Erkenntnis, im eigenen Zuhause nicht sicher zu sein.

      Keine Geschenke, kein Geld, nichts kann das aufwiegen. Dankbarkeit der Kinder muss man sich eben verdienen, und das geht eben manchmal nicht über den einfachen Weg. Oder den Weg, den Sie sich vielleicht wünschen würden.
      Vielleicht finden Sie diesen Weg noch. Ich würde es vor allem für Kris sehr wünschen.
      Vor allem, dass Sie lernen, ihren Kindern zuzuhören. Gerade da, wo es wehtut. Denn es geht nicht um Sie. Sondern um Kris.

      Vince

  2. Vince, Sie schreiben es wurde „in keinem Wort darauf eingegangen was wirklich geschehen ist.“ Das stimmt nicht, lesen Sie den Kommentar noch einmal.
    Sie schreiben außerdem von „Ihren Kindern.“ Und davon, dass sie „zusammenbrechen müssten um sich Ihr anzuvertauen. Ich möchte öffentlich klarstellen, dass das nicht alle ihre Kinder so sehen, denn ich habe mich ihr immer anvertraut.

    Sie schreiben es wäre ihr egal, was passiert ist. Doch sie schrieb:“Wenn wir es gewusst hätten, hätten wir dich davor beschützt.“
    Was Sie hier darlegen ist ihre persönliche Meinung über Menschen, die sie nie wirklich persönlich kennengelernt haben.

    Ich antworte hier, obwohl ich mich nicht einmischen wollte, weil ich das so nicht stehenlassen kann. Wenn sie ständig „Ihre Kinder“ schreiben, betrifft das auch mich und mein Leben und damit bin ich nicht einverstanden, denn ich bewerte die Beziehung unserer Eltern zu ihren Kindern und ihre Aufrichtigkeit ganz anders.

  3. Liebe Familie von Kris,
    wenn die eigene Familie sagt, sie möchte sich da eigentlich raushalten, ist es mit das Schlimmste, was Betroffene von Missbrauch hören können. Kris kann sich das leider nicht leisten. Diese Relativierungen aus beiden Kommentare und das Herumschleichen um das eigentliche Thema kann selbst noch einmal retraumatisieren. Wenn man Kris Artikel liest, spiegelt es jedoch genau das Problem wider. Übernehmen Sie wenigstens jetzt Verantwortung und informieren sich. Das können Sie z.B. bei Wildwasser e.V. oder Zartbitter e.V. In dem Rahmen können Sie als Eltern auch die zig Zeichen eines Missbrauchs, denn die gibt es immer, aufarbeiten.
    Mit freundlichen Grüßen
    Diana

    1. Vor zwei Jahren hat Kris mich aus ihrem Leben und aus unserem gemeinsamen Freundeskreis sozusagen rausgeschmissen mit der Erklärung, sie brauche Menschen wie mich in ihrem Leben nicht.

      Sie werden das hier als Vorwürfe interpretieren, und da Sie mich nicht kennen, tun Sie damit wohl das Richtige. Doch ich habe die Sache Kris nie vorgeworfen. Alle Versuche, wieder eine geschwisterliche Beziehung aufzubauen, gingen von mir aus.

      Das erzähle ich deswegen, damit Sie die Dynamik der Beziehung zwischen mir und Kris einordnen können. Ich lasse mich nicht als jemand hinstellen, der Kris im Stich lässt und gar retraumatisiert.

      Ich wollte mich heraushalten, weil es hier in diesem Blog eben nicht nur um den Missbrauch geht, sondern ganz viel um Vorwürfe unseren Eltern gegenüber, die ich so nicht teile.
      Würde ich mich nicht heraushalten, sondern mit Kris darüber diskutieren, wäre das besser?
      Nein, ich habe das Recht, mich aus so etwas herauszuhalten.
      Doch durch das Analysieren unserer Beziehung zu unseren Eltern durch eine dritte Person, musste ich mich doch einmischen.
      Sie werden in meinem Kommentar sicher wieder vieles finden, was Ihnen nicht passt, aber ab sofort halte ich mich wieder heraus.

      1. Ich kenne weder Kris, noch ihre Familie, lese aber schon länger hier mit. Aber was mir hier sehr übel aufstößt ist, dass niemand aus ihrer Familie auf sie und den Artikel eingeht. Die einzig adequate Reaktion hier wäre ein: Kris, das alles tut mir unglaublich leid. Was brauchst du gerade?

        Jede andere Reaktion ist Ich bezogen und vollkommen am Thema vorbei.

  4. Ich kenne weder die eine, noch die andere Seite doch der Kommentar von Vince suggeriert doch schon das er nur eine Seite kennt und die andere Seite ( Eltern ) nicht mal angehört hat oder persönlich kennengelernt hat. Ich finde es überaus anmaßend sich so ein Urteil zu bilden und jmd Öffentlich so darzustellen!
    Ja dieses Thema ist sehr heikel aber in diesem Fall ist es verdammt lange her, das macht die Sache nicht weniger schimm, doch man sollte es in einem anderen Licht betrachten. So eine Information seinen Eltern nach so einer langen Zeit völlig aus dem Nichts zu sagen wirft natürlich sehr viele Fragen für die Eltern auf. Warum hat sie so lange geschwiegen? Warum jetzt? Was hätten wir tun können um es zu verhindern? Alles wurde offensichtlich stillschweigend hingenommen und der Schein einer glücklichen Familie wurde gewahrt. Wie um alles in der Welt soll man als Elternteil das mitbekommen wenn es keine Anzeichen gegeben hat?Offensichtlich hat ein zweites Kind hier auch ganz andere Erfahrungen gemacht und sich ihren Eltern immer anvertraut und hat scheinbar ein gutes Verhältnis zu Ihnen.

    1. Hallo Annika,
      Vince hat unsere Eltern persönlich kennen gelernt. Unter anderem bei meinem Umzug, als er unseren Vater davon abhalten musste, an der Tür des Sprinters zu rütteln, in dem ich gesessen habe, und diese Tür gegen meinen ausdrücklichen Willen zu öffnen. Denn, so seine Aussage: „Mit wem meine Tochter redet, bestimme ich“.

      Selbst wenn du andere Erfahrungen gemacht hast – inwiefern ist das relevant? Inwiefern trägt es zur Aufarbeitung des Missbrauchs bei? Inwiefern hat das mit mir zu tun? Wieso nimmt das in all euren Kommentaren so viel mehr Raum ein als das, was mir passiert ist?

      Wieso hat sie so lange geschwiegen? Ja, ich finde, dass das eine relevante Frage ist. Aber ich bin nicht die Person, an die sie gestellt werden muss. Diese Frage müssen sich unsere Eltern selbst stellen, und sie müssen sie sich auch selbst beantworten.
      Denn wie hier schon ganz richtig geschrieben wurde: Es gibt immer Anzeichen. Mehrere Kinder mit massiven psychischen Problemen in längerfristiger Behandlung sind zum Beispiel ein sehr klares Anzeichen.

      Die Eltern machen es sich zu einfach, wenn sie sagen: Wir wussten von nichts und wir hätten auch nichts wissen können, denn du hast nichts gesagt. Es ist aber vor allem eine Umkehr der Kausalitäten und macht das eigentliche Opfer, mich, zum Täter, der seinen Eltern Unrecht tut. Ich war ein Kind und ich war nicht in der Lage, mich zu schützen. Das ist die Aufgabe der Erwachsenen. Dem sind sie nicht nachgekommen. Ja, es ist so einfach.
      Es geht mir hier überhaupt nicht um Schuldzuweisung. Es geht mir um Anerkennung. Die ich nach wie vor nicht bekommen habe. Obwohl man auf diesem Blog eigentlich sehr gut nachlesen kann, was mich antreibt, wie es mir geht.

      Aber eigentlich solltet ihr den Blog dazu gar nicht brauchen. Denn ich muss mich vor euch nicht rechtfertigen. Aber offensichtlich, und das finde ich interessant, lösen meine Aussagen bei euch massiven Rechtfertigungsdrang aus. Fragt euch mal, warum das so ist. Warum gerade du so massiv den Drang hast, unsere Eltern zu verteidigen.

      Ich bin mir sicher, dass du irgendwo wissen musst, dass das Narrativ, was du hier stützt, nicht deinen eigenen Erfahrungen entspricht. Aber ich verstehe sehr gut, dass du glaubst, dich jetzt auf diese Seite stellen zu müssen. Ich verstehe das wirklich, denn ich habe das auch lange versucht. Ich kann dir aus meiner Erfahrung sagen: Du musst das nicht tun. Du musst diese Verantwortung nicht tragen. Sie wird dich kaputt machen.
      Ich weiß, dass du diesen Gedanken jetzt nicht zulassen kannst, und auch das verstehe ich sehr gut. Aber wenn du irgendwann an den Punkt kommst, steht dir meine Tür immer offen.

  5. Liebe Familie, liebe Geschwister
    Weiter oben wurden Adressen genannt wo sie sich Hilfe suchen können. Bitte nutzen sie diese Adressen und holen sie sich Hilfe um mit der Situation umzugehen zu lernen. Da stehen ihnen geschulte Menschen zur Seite, die ihnen ganz neutral erklären können was ihre Tochter (Kinder?) jetzt wirklich braucht und was an dem bisher hier gezeigten Verhalten nicht in Ordnung ist. Dass es nicht in Ordnung ist, sollte ihnen die Resonanz hier in den Kommentaren zeigen. Sie befinden sich in einer überfordernden Situation, die sie alleine vielleicht nicht bewältigen können ohne noch mehr kaputt zu machen. Es wäre Ausdruck ihres Verantwortungsbewusstseins sich Hilfe zu holen da wo sie selbst an ihre Grenzen kommen. Dass was sie hier schreiben ist auf jeden Fall nicht der richtige Weg damit umzugehen. Alles Gute.

  6. Das ist auch eine gute Stelle. Auch Angehörige werden hier beraten.

    „Unter der Nummer 0800 22 55 530 ist das Hilfetelefon Sexueller Missbrauch montags, mittwochs und freitags von 9 bis 14 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 15 bis 20 Uhr bundesweit, kostenfrei und anonym erreichbar.“

    https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/kinder-und-jugend/kinder-und-jugendschutz/schutz-vor-sexualisierter-gewalt/hilfs–und-beratungsangebote/hilfs–und-beratungsangebote-fuer-betroffene–angehoerige-und-fachkraefte/

  7. Ich bin fassungslos. Es geht hier um sexuellen Missbrauch an einem Kind. Einem Schutzbefohlenen, was lange geschwiegen hat aus dem falschen Glauben heraus, dass es schweigen muss. Und jetzt konnte Kris endlich ihr Schweigen brechen und dann geht nicht nur von der Familie niemand darauf ein, steht ihr bei, nein, sie dringen auch noch hier in ihren Bereich ein und lassen sie wieder im Stich.

    Ich muss mich als selbst Betroffene von sexuellem Missbrauch im Kindesalter dazu äußern, denn es ist unglaublich zu lesen, was hier passiert. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Täter perfide über Schuldgefühle arbeiten. „Sag nichts, sonst wird die Mama traurig.“ „Sag nichts, du willst doch nicht die Familie kaputt machen.“ Und das Kind schweigt, denn natürlich will es das alles nicht. Ich bin froh, dass Kris ihr Schweigen brechen konnte. Ich höre zu.

  8. Es sagt schon eine ganze Menge darüber aus, dass Kris diese Dinge hier mit der Öffentlichkeit teilt. Scheinbar war es ja nicht möglich, dieses Thema im Privaten – mit der Familie – aufzuarbeiten. Welcher Mut dann dahinter steckt, sich einer anonymen Öffentlichkeit zu öffnen, was für einen schweren Weg sie schon – alleine! – gehen musste, bis sie überhaupt so weit gekommen ist, dass sie darüber sprechen kann. Und auch wie lange sie diese Thematik mit sich rumtragen musste. Das wird doch nicht leichter, wenn es länger her ist! Was für eine naive Vorstellung ist das denn?! Unfassbar…

    Wenn ich dann hier allerdings die Kommentare der Familie lese, ist es aber auch kein Wunder!

    Die Familie sollte sich mal sehr intensiv fragen, wieso ihrerseits das Bedürfnis, sich in der Öffentlichkeit zu rechtfertigen offenbar größer ist, als sich persönlich mit dem Kind auseinander zu setzen. Das sagt einfach sehr viel aus!

    Vom Inhalt der Kommentare mal ganz abgesehen, wo das Opfer hier mal eben zum Täter uminterpretiert wird, der ja nichts anderes im Sinn hat, als der Familie zu schaden. Ja, das klingt sehr realistisch…

    Ich frage mich tatsächlich, ob mit dem Täter auch so hart umgegangen wurde?! Wurde der auch konfrontiert? Um Rechenschaft gebeten? Nein? Naja, man kann das Thema ja auch einfach totschweigen. Hat ja bisher offenbar super funktioniert. Zumindest für eine Seite der Familie.

  9. Exemplarisch wie hier mit Schuld von Seiten der Familie gearbeitet wird. Es gehört viel dazu, sich aus solchen familiären Mechanismen zu lösen, um sich wirklich mit dem zu befassen was dir zugestoßen ist. Viele Opfer bleiben aber auch als Erwachsene abhängig von ihren Familien. Sozial schaffen es viele Opfer nicht, denn oft wird gerade das Außen bewußt verteufelt. Da bleibt eins lieber unter sich. Sozial gibt es dann nur die Familie. Wie soll sich eins aber daraus lösen können? Selbst mit Hilfe? Um die Schuldgefühle, die aufgebaut werden für den Verrat ertragen zu können, braucht jedes Opfer Unterstützung. Gerade wenn die Familie, wie hier nicht nachläßt, diese alten verinnerlichten Emotionen von Schuld immer wieder zu aktivieren. Das ist ein Einverständnis zum Ertragen und zur Geheimhaltung, das hier gebrochen wird und natürlich wird versucht mit den über Jahre wirksamen Mechanismen den Ausbruch zu vereiteln und die Abtrünnige wieder einzufangen. Es liegt also nahe, daß die Eltern und Geschwister ein wesentlicher Akteur sind, und wenn nur bei der Vertuschung und der erzwungenen Aufrechterhaltung der Mechanismen, die das große Familiengeheimnis seit Jahren aufrecht erhalten haben.
    Kris, gut, daß du da raus bist. Autonomie ist der einzige Weg zur Besserung.

  10. Liebe Beteiligten,
    leider fühle ich mich auch gezwungen meiner Meinung unter den ganzen Kommentarn kundzutun.

    Eine Familie sollte zusammenhalten. Private Dinge sollten privat bleiben!

    Sowohl von der einen als auch von der anderen Seite lese ich hier fast ausschließlich Schuldzuweißungen und nicht viel produktives.Ich möchte mir gar nicht vorstellen was die Eltern gerade fühlen. Man weint nicht ohne Grund vor seinen Kindern.Sie stehen zwischen zweier ihrer Kinder und sind offensichtlich mit dieser Situation überfordert.Das ihnen zum Vorwurf gemacht wird nichts getan zu haben um den Missbrauch zu verhindern finde ich NICHT gerecht! Wie sie mit dem Thema umgehen ist eine andere Sache aber hier machen beide Seiten massive Fehler in der Kommunikation.

    Ich finde es nicht besonders gut auf diesen weg sich mitzuteilen, vielmehr hätte man persönliche Gespräche suchen sollen. Dies ist allen Anschein nach nicht geschehn. Zum Beispiel wurde ein Gespräch seitens Kris bei einem Umzug verweigert.Twitter zufolge wurde Kris auch versucht zu kontaktieren, das auf anderen Wegen nicht versucht wurde ein Gespräch zu führen ist schlichtweg falsch!

    „Die Sorge um Euch Kindern,daß es euch im Leben gut geht,werde ich haben,solange ich lebe.Und gegeben und geben werde ich euch alles immer aus reinstem Herzen,daß weißt du Kristina!“

    Dieser Satz drückt einfach alles aus was eine Mutter, wie ich, fühlt.

    Ich bitte euch, sucht euch proffessionelle Hilfe und tragt keine Schlammschlacht in der Öffentlichkeit aus.

    1. Interessantes Framing, dass du da betreibst. „Schlammschlacht“ beispielsweise. Wäre ja nicht die Bezeichnung, die ich wählen würde, um meinen Kampf nach Gerechtigkeit und Unterstützung zu beschreiben. Aber das weißt du als Mutter sicherlich besser.
      Ebenso bezeichnend, was du dir aus meiner Schilderung der Ereignisse während meines Umzugs mitnimmst. Nicht etwa, dass ich mich vor lauter Panik im Sprinter eingesperrt habe und meine Freunde die Polizei rufen mussten. Oder die massiv übergriffige Aussage meines Vaters. Nein, du pickst dir einzig und allein meine Weigerung heraus, mit meinen Eltern zu reden. Ich zeige dir gerne den Grund, warum ich ein Gespräch für nicht zielführend erachtet habe.
      Wie du ja sicher weißt, wenn du meinen Blog liest, habe ich meinen Eltern nicht ganz freiwillig erzählt, was mit mir los ist. Sondern weil mein Vater nicht locker gelassen hat und mich dahingehend genötigt hat. Ich habe im Beitrag dazu seine Reaktion nicht aufgeschrieben, aber bitte, wir wollen hier vollständigen Kontext schaffen. Hier ist sie also, seine Antwort auf die Nachricht, dass ich Vernachlässigung und sexuelle Gewalt erfahren habe:

      [18:26, 13.6.2020] Papa: So ein Schwachsinn!
      Aber gelogen hast du auch als Mädchen schon manchmal.
      Kannst wohl vor lauter LARP nicht mehr zwischen Wahrheit und Fiktion unterscheiden.
      Habe bei -20Grad im Wald und bei plus 35Grad im Sommer dafür gesorgt, dass wir über die Runden kommen. Unvorstellbar das mit XXX, hat dich vielleicht Mal auf den Schoss genommen.
      Warst und bist ein freier Mensch. SuchstGruende dafür dass du nicht zurecht kommst, ist eine weitverbreitete Zivilisationskrankheit. Bist wirklich krank. Schönen Gruss an deine Freundinnen und Psychologen.
      [18:45, 13.6.2020] Papa: Hast eine Mama wie es sie nur einmal auf der Welt gibt.
      Auch ich habe dich nur geliebt, hab dich nie geschlagen, hab dich nie angebruellt oder unmögliches verlangt. Hast alle möglichen Reisen usw unternommen, die wir finanziert haben. Deine Freunde und Freundinnen haben alle auf unsere Kosten bei uns in Ghdf und Schweden gewohnt. Haben wir alles aus Liebe zu unseren Kindern gemacht.
      Kannst du gemein sein!
      Kannst du tiefe Wunden reisen! Ich sehe dich in grosser Gefahr.

      Verwundert es da wirklich, dass ich nicht reden will und nicht einfach so ans Telefon gehe?

      Im übrigen war es nicht ich, die diesen Konflikt in die Öffentlichkeit gezogen hat. Dafür ist dieser Blog nicht da. Diesen Schritt hat meine Familie selbst unternommen, das ist also auch ihre Verantwortung. Übrigens sitze ich gerade am nächsten Beitrag, der genau davon handelt, warum ich mich entschlossen habe, über dieses Thema zu bloggen. Also schön dranbleiben. Kommt heute Nacht noch.

    2. „Eine Familie sollte zusammenhalten. Private Dinge sollten privat bleiben!“

      Setzen, sechs! Also wenn du hier angeblich schon so lange so brav mitgelesen hast, weißt du ja auch, was passiert ist, um diese ganze Reise überhaupt auszulösen. Da ist dein Zitat oben ja schon mal hinfällig, denn in dieser Familie liegt offenbar so EINIGES im Argen!

      Und diesen Kreis nicht zu durchbrechen, sondern zu schweigen und alles nur ja „geheim“ zu halten, hat ganz offensichtlich für Kris nicht länger funktioniert. Was im Übrigen durch Therapeuten unterstützt wurde.

      Nur weil ein Teil der Familie auf Teufel komm raus an dieser dysfunktionalen Lösung festhalten will – weil es so schön bequem ist – ist das noch lange nicht der richtige Weg!

      Und wenn du eine Mutter bist, ist es noch viel unverständlicher, wie du so eine Situation, wie es sie jahrelang gegeben hat, gutheißen kannst. Kindeswohlgefährdung, sag ich da nur, und das in gewaltigem Ausmaß!

  11. Das Narrativ immer nur alles im Geheimen und Verborgenem, sprich der Familie zu behandeln ist Teil des großen Problems. Deswegen ist es ja auch Teil des therapeutischen Prozesses bei Kris gewesen mit all dem Out of the Closet zu kommen. Der Text hier ist übrigens genau so ein Text, der unter professioneller Hilfe verfasst wurde. Deswegen hört hier bitte auf, diesen toxischen Diskurs von „was in der Familie geschieht sollte in der Familie bleiben“ zu predigen. Das ist schlicht Bullshit.
    Und ich sage es auch ganz unverblümt, Annika, ich ich bin mir sicher dass du alle Beiträge hier unter wechselnden Namen verfasst. Das ist nicht zielführend. Das einzige was du schaffst ist ein erschreckendes Musterbeispiel zu schaffen für klassisches Victim Blaming. Und für die dysfunktionalen Mechanismen deiner Familie.
    Vince

    1. Die Argumentation: „Was in der Familie passiert, bleibt in der Familie“ ist das gefährlichste was Menschen, die toxische und missbräuchliche Familienstrukturen passieren kann.
      Denn es gibt den Opfern keine Möglichkeit sich Hilfe zu holen, außzubrechen, oder mit anderen Menschen über ihre Erfahrungen und Ängste zu reden. Und sich hilfe zu holen.
      Die Familie ist kein heiliger Raum, der geschützt werden muss um jeden Preis. Im Gegenteil.

  12. Wenn private Themen immer nur privat bleiben und nur innerhalb einer Familie ausgehandelt werden würden, dann würden Missbrauchsopfer nie aus solchen Strukturen herauskommen. Das ist einfach nur Bullshit. Das kommt von diesem „Was sollen die Nachbarn denken?“, eine Welt, die nur aus Schein und nicht aus Sein besteht. Außen hui, innen pfui.
    Und „Kerstin“, ich bin Mutter. Und ich musste mich fast übergeben als ich genau diese Sätze gelesen habe. Denn wenn man als Mutter seine Kinder wirklich bedingungslos liebt, dann zählt man keine materiellen Dinge auf und geht in die Verteidigungshaltung. Dann reißt man nicht die Aufmerksamkeit an sich und begibt sich selbst in die Opferrolle. Wenn man sein Kind liebt, bietet man seine Hand an. „Ich liebe dich. Ich bin für dich da, egal, was passiert. Wie kann ich dich unterstützen.“

  13. Der Missbrauch ist weniger schlimm als das öffentliche Kritisieren der Familie. Mehr muss man aus allem hier nicht mitnehmen.

  14. Wie man sieht ist hier nur eine Seite in der Lage zu reflektieren und das ist nicht die Familie. Wenn alles immer in der Familie bleiben würde hätten viele viele Missbrauchsopfer es nicht geschafft sich zu befreien. Ein Opfer macht man nicht zum Täter oder Sündenbock und erst Recht nicht zum schwarzen Schaf weil es womöglich durch das aussprechen der Tatsachen Schande über die Familie gebracht hat

  15. Ohne diese Öffentlichkeit lässt sich so ein Konflikt gar nicht lösen. Der Wunsch Dinge wieder in der Familie zu lösen, steht doch Synonym für den Wunsch nach Kontrolle über Kris. In der Familie sind alle Rollen gesetzt. Kris Position hat weniger Macht. Da ist festgelegt wer die Wahrheit spricht, wie ein Ausbrechen eingeordnet und korrigiert wird.
    In der Öffentlichkeit gibt es ein anderes Korrektiv. Eine von den eintrainierten familiären Mechanismen unabhängige Instanz. Klar macht das Angst. Denn was tatsächlich die Wahrheit ist bestimmt nicht mehr die Familie allein. Kris Perspektive wird gehört. Vllt sogar gestützt. Das ist eine Form der Selbstermächtigung. Übrigens oft Teil von Therapien.
    Therapie die von der Grunddynamik übrigens exakt diesen Zweck hat: Wahrheiten aus geschlossenen Systemen rausnehmen und aufbrechen.

    Nachtrag Vince

  16. „Privates soll im Privaten bleiben“ – Genau das Mantra von Missbrauch. Schön ein Geheimnis draus machen, dessen Wahrung in der Schuld der Opfer liegt. Opfer von Missbrauch haben oft keine Chance Hilfe zu erhalten als Menschen außerhalb der Struktur der Familie zu kontaktieren und um Hilfe zu bitten. So auch Kris. Den Weg zu gehen ist nichts, was man mal „eben aus dem Ärmel schüttelt“. Nachdem, wie auf dem Blog auch nachzulesen ist, jemand Jahrzehnte lang „Privates“(TM) privat gehalten hat und daran fast kaputt zu gehen. Ich bin wirklich fassungslos wie emptahielos und perfide Menschen sein können, und das alles unter dem Deckmantel von „Aber wir lieben dich doch“.

    Und zu „Eine Familie sollte zusammenhalten.“ – Wo bleibt der Zusammenhalt wenn es um Kris geht? Wenn es darum geht was sie braucht? Wer hat zu ihr gehalten? Wer hält jetzt zu ihr? Familiärer Zusammenhalt ist keine Einbahnstraße, keine Jokerkarte die man nur ausspielen kann, wenn sie einem selbst in den Kram passt. Hier ist nichts von Rückhalt für Kris zu lesen. Also hört auf, weiter Dinge einzufordern!

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